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Schweizer Taschenmesser. Das Schweizer Taschenmesser bzw. Schweizer Offiziersmesser

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Schweizer Taschenmesser

Das Schweizer Taschenmesser (Schweizer Offiziermesser, Schweizer Armeemesser) gilt als Sinnbild der Vielesitigkeit und des funktionalen Designs. Das Schweizer Taschenmesser bietet auf kleinstem Raum verschiedene Klingen sowie je nach Größe und Ausstattung des Messers diverse Werkzeuge und Funktionen. Klassische Funktionen des Schweizer Taschenmessers sind: großes Messer, kleines Messer, Säge, Fischentschupper (kombiniert mit Lineal), Flaschenöffner (mit großem Schlitz-Schraubendreher an der Spitze), Dosenöffner (mit kleinem Schlitz-Schraubendreher an der Spitze; nur bei Victorinox), Schere, Korkenzieher, Pinzette, Zahnstocher, Ahle, Multifunktionsschaber mit Öse und Kreuzschlitz-Schraubendreher. Daneben gibt es allerlei andere Funktionen wie bspw. Lupe, Holzmeissel, Nagelfeile, Kombizange, Druckkugelschreiber, Stecknadel, Nadelöhr uvm. Es gibt auch Schweizer Taschenmesser mit eingebautem MP3-Player oder USB-Stick.

Die platzsparende und funktionelle Unterbringung verschiedener Werkzeuge und Funktionen machte das Schweizer Taschenmesser zum unverzichtbaren Ausrüstungsgegenstand für alle Hobbybastler, Wanderer, Camper, Jäger und Förster. Das Schweizer Taschenmesser spielte in der US-Serie MacGywer eine besondere Rolle und hat seinen Besitzer mehrfach aus brenzligen Situationen gerettet.

Interessant ist, dass die Schweizer Armee nicht die bekannten Messer mit der roten Schale einsetzt. Die Messer für die Schweizer Armee besitzen eine Schale aus geriffeltem Aluminium.

Geschichte des Schweizer Taschenmessers

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Messer der Schweizer Armee in Deutschland produziert. Als die Schweizer Armee wieder einmal einen großen Auftrag für Messer ausschrieb, die den Soldaten beim Essen helfen und Werkzeuge zur Wartung ihrer Gewehre zur Verfügung stellen sollte, gründete der Schweizer Messerschmied Karl Elsener gründete den Schweizerischen Messerschmiedverband. 1891 lieferte er die ersten Messer an die Schweizer Armee. Diese besaßen eine Klinge, einen Dosenöffner, einen Schraubendreher und eine Ahle.

Doch Elsener war nicht zufrieden mit dem Taschenmesser. Nach unendlichen Versuchen gelang es ihm schließlich 1896 mittels einer speziellen Federmechanik auf beiden Seiten des Taschenmessers Klingen bzw. Werkzeuge anzubringen. Damit konnte er doppelt so viele Werkzeuge im Taschenmesser unterbringen. Das Nachfolgemodell besaß eine zweite Klinge und einen Korkenzieher.

Elsener und seine Firma VictorinoxVictorinox hatten bis 1893 das Monopol auf die Herstellung von Taschenmessern für die Schweizer Armee. Dann begann die Firma Paul Boechat & Cie im französischsprachigen Jura, ebenfalls solche Messer zu Produzieren. Diese Firma wurde später von ihrem Manager Theodore Wenger aufgekauft und in WengerWenger umbenannt. Um nicht eine Sprachregion über die andere zu favorisieren (und wohl auch um durch die Konkurrenzsituation die Preise zu drücken) , beschloss die Schweizer Regierung im Jahre 1908, dass die beiden Firmen Victorinox und Wenger je zur Hälfte die Messer für die Schweizer Armee liefern sollten. Man kam überein, dass Victorinox ihre Messer als "Original Schweizer Offiziersmesser" und Wenger ihre als "Echtes Schweizer Offiziersmesser" anbieten sollten. Beide Firmen hatten das weiße Schweizer Kreuz als Logo auf ihren Messern. Allerdings ist das Kreuz bei Victorinox durch eine schildartige Umrahmung geschmückt, während es bei Wenger von einem Viereck mit abgerundeten Ecken eingerahmt wird.

2005 ist Wenger mit Victorinox fusioniert. Wenger soll aber als eigenständige Marke weitergeführt werden.

Schweizer Taschenmesser heute

Victorinox und Wenger liefern jährlich ca. 50.000 Taschenmesser an die Schweizer Armee. Der Rest der Produktion wird in alle Welt exportiert. Besonders in den USA sind die Schweizer Taschenmesser beliebt. Seit jedoch in Folge des 11. Septembers Taschenmesser nicht mehr in Flugzeugen mitgeführt werden dürfen, haben beide Firmen Umsatzeinbrücje erlitten, da viele Schweizer Taschenmesser als Souvenir in Flughäfen gekauft wurden. Die Firmen haben jedoch darauf reagiert und bieten mittlerweile Messer ohne Klinge an.

Daneben gelten Schweizer Taschenmesser als Kult- und Sammelobjekt. Für besonders betuchte Sammler wurden gar Messer produziert, deren Schalen aus in Gold oder Platin eingefassten Diamanten bestanden. Stückpreis dieser exklusiven Schweizer Taschenmesser: 500.000 Schweizer Franken.

 

 
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