Haare färben und Haare tönen

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Haare Färben und Haarfarben
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Haare färben und Haare tönen

Haare zu färben bzw. Haare zu tönen ist keine neumodische Erscheinung. Bereits unsere Vorfahren versuchten mit pflanzlichen Farben, ihre natürliche Haarfarbe zu verändern. Bereits an 4000 Jahre alten Mumien konnte man Belege finden, dass man sich im Altertum schon die Haare mit Henna gefärbt hat.

Heute färben oder tönen sich etwa 35% der Frauen und 10% der Männer die Haare. Das Farbspektrum reicht dabei praktisch durch alle Fraben des Regenbogens und von einer vollständigen Färbung des gesamten Haares bis hin zu einzelnen Strähnchen.

Die natürliche Haarfarbe

Die natürliche Haarfarbe des Menschen wird bestimmt durch zwei Pigmenttypen, nämlich dem dunkleren Eumelanin und dem hellen Phäomelanin. Unterschiedliche Anteile dieser beiden Pigmente im menschlichen Haar ergeben 11 bzw. 12 verschiedene natürliche Haarfarben, von Schwarz bis Helllichtblond. Das natürliche Erscheinungsbild der Haare hängt eng zusammen mit dem Hautton und der Farbe der Augen. Bei grauen bzw. weißen Haaren sind keine Farbpigmente mehr eingelagert sondern Luft.

Wer seine Haarfarbe verändern will, der muss sich neben der gewünschten Haarfarbe auch dafür entscheiden, ob die Haarfarbe dauerhaft sein soll oder sie wieder herausgewaschen werden kann. Entsprechend gibt es zweierlei Möglichkeiten, sich die Haare zu färben: Das Färben der Haare und das Tönen der Haare.

Haare tönen

Beim Tönen der Haare dringt die Farbe nicht tief in das Haar ein sondern lagert sich an das Keratin des Haares an. So bildet sich eine farbige Schicht auf den Haaren, die durch das Haarewaschen allmählich wieder ausgewaschen wird. Eine Haartönung hält üblicherweise 8 bis 10 Haarwäschen.

Haartönungen funktionieren nur, wenn die Tönung dunkler ist, als die natürliche Haarfarbe. Außerdem ist das Ergebnis stark von der Haarstruktur und der natürlichen Schuppenstruktur des Haares abhängig. Bei gesundem Haar legt sich die Farbe gleichmäßig um die Haare und wird auch gleichmäßig wieder ausgewaschen. Bei geschädigter Schuppenschicht legt sich die Farbe ungleichmäßig um die Haare. Die Tönung wirkt fleckig. Dieser Effekt verstärkt sich noch beim Waschen, da die Tönung unterschiedlich schnell ausgewaschen wird, je nach dem, ob sie an gesunden oder beschädigten Stellen des Haares haftet.

Haare färben

Beim Färben der Haare werden die Haare dauerhaft eingefärbt d.h. die Farbe kann nicht mehr herausgewaschen werden sondern muss rauswachsen.

Eine dauerhafte Färbung des Haares erreicht man nur mit dem Einsatz verschiedener chemischen Mittel. Zunächst wird mit Hilfe von Ammoniak der natürliche Schutzpanzer des Haares gesprengt. Dann müssen die Farbpigmente im Haar zerstört werden. Dies erreicht man mit Oxidationsmitteln wie z. B. Wasserstoffperoxid. Dadurch wird das Haar dauerhaft blondiert, man erreicht den "Wasserstoffblondinen-Look" wie z.B. bei Marilyn Monroe. Anschließend dringen die zunächst farblosen Farbpartikel in das Haar ein. Dort bilden sie mit dem Wasserstoffperoxid eine chemische Reaktion. Jetzt erst erhalten die Farbpartikel und damit die Haare ihre gewünschte Farbe. Gleichzeitig quellen ihre Moleküle auf, so dass sie nicht mehr aus den Haaren gewaschen werden können.

Gesundheitliche Gefahren beim Haarefärben und -tönen

Wie gesehen funktioniert das dauerhafte Färben der Haare nicht ohne massiven Einsatz von chemischen Stoffen. Diese Stoffe sind zum Teil hochaggressiv. Sie schädigen das gefärbte Haar dauerhaft und können auch die Kopfhaut angreifen und durchlässiger für andere Schadstoffe machen. Die enthaltenen Stoffe können auch Allergien auslösen. Außerdem legt eine Studie aus den USA nahe, dass ein dauerhafter intensiver Gebrauch von Haarfärbemitteln die Gefahr von Blasenkrebs zumindest erhöht.

Ein von Ökotest durchgeführter Test von Haarfärbemitteln hat in 33 Testprodukten stark belastende Substanzen ergeben. Alle Produkte wurden als "ungenügend" eingestuft. Auch ein Test der Stiftung Warentest ergab, dass die Haarfärbemittel oft nicht das halten können, was Verpackung und Werbung versprechen. Oft färben die Mittel dunkler als versprochen.

Aber nicht nur die sogenannten Oxidationsfärbemittel zur dauerhaften Färbung der Haare sind gesundheitlich bedenklich. Auch die handelsüblichen "Intensivtönungen" oder "Colorationen" sind meistens Oxidationsfärbemittel, die aus zwei miteinander zu mischenden Komponenten bestehen und damit die gleichen gesundheitlichen Bedenken aufwerfen, wie dauerhafte Haarfarben. "Echte" Tönungen werden nie aus zwei Komponenten gemischt. Aber auch bei ihnen empfiehlt es sich dringend, die Warnhinweise der Packung zu beachten, d.h. sie dürfen nicht auf die Haut gelangen. Schwangere sollten ganz auf das Färben und Tönen ihrer Haare verzichten.

 


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