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Sauerkraut
Sauerkraut gilt für viele im Ausland als das typische
und ur-deutsche Nahrungsmittel. Die Amerikaner und Engländer nannten die
Deutschen im Krieg 'Krauts' weil sie angeblich so viel Sauerkraut aßen.
Doch Sauerkraut ist keine deutsche Erfindung. Bereits die alten
Römer, und vor ihnen wahrscheinlich sogar die Menschen der Urzeit, konservierten
ganze Weißkohlköpfe in Salzlake in hözernen oder tönernen
Gefäßen. Auch die Chinesen und andere Völker in Asien und im Orient
kannten diese Konservierungsmethode. Das Sauerkraut, wie wir es kennen, gelangte
wahrscheinlich mit den Mongolen nach Europa. Dort nahmen sich die Mönche
des Sauerkrautes an und stampften es ein als nahrhafte und gesunde Fastenspeise.
Bis zur Einführung anderer Konservierungsarten
galt Sauerkraut vor allem im Winter und Frühjahr über viele Jahrhunderte
in Deutschland, Holland und in weiten Teilen Osteuropas als eines der am weitesten
verbreiteten Produkte.
Sauerkraut-Herstellung
Die Herstellung von Sauerkraut hat sich über die Jahrhunderte
nicht sehr geändert: Entstrunkte Weißkohlköpfe werden in dünne
Streifen gehobelt und zusammen mit Kochsalz in hözerne oder tönerne
Töpfe gestampft. Durch das Stampfen und das Salz tritt aus den Kohlstreifen
Zellsaft aus, der den Kohl luftdicht abschließt und gleichzeitig den Nährboden
für die Milchsäurebakterien bildet, die den Fruchtzucker im Kohl in
Milchsäure in Kohlensäure umwandeln. Die Milchsäure konserviert
das Sauerkraut und verhindert gleichzeitig eine alkoholische Gärung. Bis
die Milchsäure ihre konservierende Wirkung einsetzen kann dient das Salz
als Konservierungsstoff. Dieser Gärprozess dauert zwischen sechs Tagen und
drei Wochen je nach gewünschtem Säuregrad.
Dem Endprodukt werden normalerweise keine weiteren Geschmacksstoffe
zugesetzt. Es gibt jedoch einige Varianten des Sauerkrauts denen Gewürze
wie Kümmel, Dill, Äpfel oder Karotten zugesetzt werden. Dem sog. 'Weinsauerkraut'
wird noch Weißwein zugegeben.
Sauerkraut und die Gesundheit
Sauerkraut ist reich an Milchsäure, es enthält viel
Vitamin A, B, C und Mineralstoffe.
Außerdem ist Sauerkraut sehr kalorienarm (ca. 19 kcal je 100 g), praktisch
fettfrei und enthält etwa drei bis vier Prozent Kohlenhydrate und ein bis
zwei Prozent Proteine. Sauerkraut enthält Histamin und kann daher Unverträglichkeiten
auslösen.
In früheren Zeiten war Sauerkraut im Winter einer der wichtigsten
und oft sogar der einzigste Vitaminlieferanten, insbesondere für Vitamin
C, das besonders im Winter zur Stärkung der Abwehrkräfte wichtig ist.
Auch die Seefahrer wie James Cook nahmen Fässer voller Sauerkraut auf ihre
monatelangen Schiffsreisen um die Manschaften vor Darmfäule, Skorbut und
anderen Mangelkrankheiten zu schützen.
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