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Ernte und Herstellung von Olivenöl
Der Olivenbaum
Rund 150 verschiedene Olivenbaumarten sorgen in den Ländern
rund um das Mittelmeer für eine schier unendliche Vielfalt an Geschmacksrichtungen.
Das Mittelmeer ist weiterhin das klassische Anbaugebiet von Oliven. Rund die Hälfte
der weltweit über 800 Millionen Olivenbäumen wachsen in der Mittelmeerregion.
Das gemäßigte Mittelmeerklima bietet ideale Voraussetzungen
für den Olivenbaum, denn er braucht viel Sonne, reichlich Regen im Herbst
und er verträgt nur wenig Frost und nur geringe Temperaturschwankungen.
Olivenbäume könne über 20 Meter hoch und bei guter
Pflege einige hundert Jahre alt werden. Die ersten Oliven trägt der Olivenbaum,
je nach Art, nach 4-10 Jahren. Pro Jahr liefert ein Baum ca. 20 Kg. Oliven, woraus
etwa 3-4 l. Olivenöl gewonnen wird.
Die Ernte
Der richtige Zeitpunkt der Ernte ist wichtig für die spätere
Qualität des Olivenöls. Je nach Art und Sorte geschieht die Ernte von
Oktober bis Februar, wenn die Oliven ihre Farbe von grün nach violett wechseln.
Oliven werden meistens immer noch von Hand geerntet, insbesondere
wenn die Steillagen der Olivenhaine den Einsatz von Maschinen nicht möglich
machen. Aber auch Maschinen werden immer mehr zur Olivenernte eingesetzt. In manchen
Gegenden werden die Oliven auch mit langen Stangen vom Baum geschlagen, woraufhin
sie dann in auf dem Boden ausgebreiteten Netze fallen.
Die Ernte muss sehr sorgfältig geschehen, damit die Olive
nicht verletzt wird wodurch die Qualität des Olivenöls schaden nimmt.
Auch sollte für beste Olivenölqualität die Pressung spätestens
3 Tage nach der Ernte geschehen. Je frischer die Olive gepresst wird, desto größer
bleibt der Anteil wichtiger sekundärer Pflanzenstoffe.
Durch den hohen Anteil an Handarbeit und die aufwändige Baumpflege
machen Ernte und Baumpflege 75% der gesamten Herstellungskosten von Olivenöl
aus.
Die Pressung
Heute unterscheidet man zwischen zwei Arten, Olivenöl zu
pressen, die sich durch die Art der Pressung und die Qualität und Menge des
Olivenöls unterscheiden.
Bei der traditionellen Pressmethode werden die Oliven zuerst
maschinell von Zweigen und Ästen befreit und anschließend gewaschen.
Danach kommen sie in den sog. Kollergang, welcher die eigentliche Mühle darstellt.
Dort werden die Oliven samt Kernen durch kreisende, hochkant stehende Mahlsteine
in 20-25 Minuten zu einem Brei zerquetscht. Dieser Brei wird dann auf runde Matten
aufgetragen, die zu einem Turm gestapelt werden und anschliessend durch eine hydraulische
Presse ausgepresst werden.
Heraus kommt eine Mischung aus Fruchtwasser und Olivenöl.
Diese beiden Teile wird in einer Zentrifuge voneinader getrennt. Das daraus entsehende
Olivenöl wird anschließend noch filtriert. Farbe und Geschmack des
Olivenöls können je nach Sorte und Herkunft unterschiedlich sein.
Bei der traditionellen Methode werden besonders die wertvollen
sekundären Pflanzenstoffe, z.B. die Phenole und das Oleuropein, geschützt.
Bei der moderne Pressmethode werden modernste Maschinen
eingesetzt, die die Oliven non-stop und damit effektiver und schneller verarbeiten
können und ausserdem einen etwas höheren Ertrag liefern.
Bei dieser Pressmethode werden die Oliven zuerst etwa 6 Stunden
in luftdurchlässigen Containern gelagert, bevor sie mittels Förderband
zur sog. 'Saugstation' befördert werden, wo Zweige und Äste abgesaugt
werden. Danach werden die Oliven gewaschen.
Von der Waschstation kommen die Oliven zum Zerkleinern. Dort werden
sie mittels ständig rotierenden Edelstahlschwingrädern zerquetscht.
Der dabei entsehende Olivenbrei wird dann durch Schneckensystems ca. 20 Minuten
gerührt. Dabei wird, je nach Breikonsistenz, auch Wasser zugesetzt oder die
Seitenwände etwas temperiert um den Ertrga ergiebiger zu machen. Mit Hilfe
von Schläuchen kommt der Brei in den Dekanter, wo das Öl vom Fruchtwasser
und vom Trester in einem Arbeitsgang automatisch getrennt wird. In der anschließenden
Zentrifugier-Station findet die restliche Trennung von Fruchtwasser und Öl
statt.
Auch Öl aus der modernen Pressmethode darf, wie bei der
traditionellen Methode, nur dann als kaltextrahiert bezeichnet werden,
wenn beim Arbeitsprozess die Temperatur von 27°C nicht überschritten
wird.
Eine besonders schonende Pressung ist die Sinolea- Methode. Hier
tropft in der ersten Phase das Öl sehr schonend aus dem Brei. Aus dem Restbrei
wird das Öl dann wie oben mittels Dekanter gewonnen.
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