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Hummer
Hummer (Lat. Homarus) sind eine Gattung aus der Familie der Hummerartigen
(Nephropidae). Sie kommen in allen Weltmeeren vor. Die bekanntesten Arten sind
der Amerikanische Hummer (Homarus americanus), der an der amerikanischen Ostküste
(v.a. vor den Neuengland-Staaten) und an der Ostküste Kanadas lebt, und der
Europäische Hummer (Homarus gammarus), der von Skandinavien bis hinunter
nach Spanien und dem Miteelmeer vorkommt. Der sog. Norwegische Hummer zählt
biologisch zu einer anderen Art der Hummerartigen. Er wird auch Kaisergranat genannt
und gilt, wie der Hummer, als Delikatesse.
Hummer leben im Sommer in flachem felsigen Wasser, ziehen sich
jedoch im Winter auf Tiefen bis zu 50m zurück.
Hummer werden vorwiegend im Sommer mit sog. 'Hummerfallen' gefangen.
Hummerfallen sind Körber aus Draht, in die die Hummer, angelockt von Ködern,
hineinkommen aber nicht mehr entfliehen können. Da tote Hummer schnell Giftstoffe
enwtickeln, die zu Lebensmittelvergiftungen führen, werden die gefangenen
Hummer nicht getötet. Es werden ihnen lediglich die kräftigen Scheren
zusammengebunden, damit sie sich und andere Hummer während des Transportes
nicht verletzen können.
Hummer als Delikatesse
Früher galt Hummer als Arme-Leute-Essen, so groß war
ihr vorkommen. Besonders für Dienstboten und Hauspersonal war Hummer ein
billiges Grundnahrungsmittel. In einem der ersten Streiks der Geschichte soll
das Hauspersonal an der amerikanischen Ostküste sogar durchgesetzt haben,
dass ihnen Hummer nicht mehr als dreimal die Woche serviert wird.
Durch die Überfischung und Verschmutzung der Meere ist Hummer
jedoch in vielen Gegenden rar und deshalb entsprechend teuer geworden. Heute gilt
Hummer zusammen mit anderen Lebensmitteln wie Kaviar
oder Champagner
als Inbegriff der gehobenen Küche der feinen und reichen Gesellschaftsschicht.
Nur an der amerikanischen Ostküste ist Hummer nach wie vor so etwas wie ein
Alltagsessen.
Wegen der o.g. Gründe wird roher Hummer fast ausschließlich
lebend verkauft. Beim Kauf lebender Hummer sollte man darauf achten, dass der
Hummer noch kräftig Beine und Scheren bewegt. Vom Kauf eines sich träge
oder gar nicht mehr bewegender Hummer ist abzuraten.
Trotz aller Proteste von diversen Tierschutzorganisationen wird
in Deutschland Hummer immer noch dadurch getötet, in dem man ihn kopfüber
in einen kochenden Fond aus Wasser, Gewürzen, verschiedenen Gemüsen,
Knoblauch und Weißwein steckt. Andere Methoden, wie den Hummer mit einem
gezielten Stich mit einem Messer in den Kopf, zu töten, sind hierzulande
verboten. Diese Methode, Hummer im kochenden Wasser zu töten, ist umstritten
und wird oft als grausam bezeichnet. Jedoch sagt eine neuere norwegische Studie,
dass der Hummer aufgrund seines verkleinerten Zentralnervensystems nicht in der
Lage sei, Schmerz zu empfinden.
Trotz allem ist es jedoch empfehlenswert, die Hummer einzeln in
den Kochtopf zu stecken, damit er durch das kochende Wasser sofort betäubt
wird. Wenn mehrere Hummer zusammen in den Topf getan werden kühlen sie das
Wasser ab und es hat nicht mehr die richtige Temperatur, um die Tiere sofort zu
betäuben.
Hummer verändern ihre Farbe beim Kochen von schwarzblau zu
knallig rot. Der Grund hierfür ist, dass beim Kochen Farbpigmente freigesetzt,
die Licht aus dem blauen und grünen Farbspektrum absorbieren und nur rotes
Licht reflektieren.
Die Garzeit ist je nach Größe und Gewicht des Hummer
unterschiedlich. Ein 500 gr. schwerer Hummer braucht ca. 12 Minuten, ein 1kg Hummer
ca. 22 Minuten und ein 3kg Tier braucht ca. 40 Minuten, bis er vollständig
durchgegart und das begehrte Schwanzfleisch durchgängig weiß und fest
ist.
Vom gekochten Hummer ist nur das Fleisch im Schwanzstück,
den Scheren, den Beinen und den Scherengelenken genießbar. Aus den Schalen
(Karkassen) des Hummers werden Suppen, Saucen oder die rote Hummerbutter hergestellt.
Einen Hummer fachgerecht zu zerlegen oder gar am Tisch zu zerlegen und zu essen
braucht einiges an Übung. Um das Zerlegen und das Essen eines Hummers zu
erleichtern, gibt es spezielles Hummerbesteck, wie die Hummerzange, mit der der
Panzer aufgebrochen wird oder die lange, dünne Hummergabel,
mit der man das köstliche Scherenfleisch auslösen kann.
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