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Heringe
Heringe zählen zu den wichtigsten Speisefischen der Welt.
Ihr bekanntester Vertreter, der atlantische Hering ist laut Guinness Buch der
Rekorde gar der häufigste Fisch der Welt. Die bis zu 30 cm langen und in
riesigen Schwärmen lebenden Heringe ernähren sich von Plankton und kommen
im ganzen Nordatlantik und der Nord- und Ostsee vor.
In früheren Zeiten wurden in den Durchgangsgebieten der Heringsschwärme
und in der Nähe ihrer Laichplätze ganze Städte gegründet.
Die mittelalterliche Hanse hat einen nicht unwesentlichen Teil ihres Erfolges
dem Fang und dem Verkauf von Heringen zu verdanken.
Heringe kommen in verschiedenen Arten und Zubereitungen auf unseren
Tisch:
Salzhering
Salzheringe werden meistens schon auf dem Fangschiff eingesalzen
und damit konserviert.
Da der Salzgehalt sehr hoch ist (über 20%) müssen Salzheringe vor dem
Verzehr gewässert werden. Nach dem Wässern können Salzheringe weiter
verarbeitett werden, bspw. zu Bismarckhering oder Brathering.
Matjes
Matjes sind besonders milde Salzheringe, die durch Enzyme in einer
Salzlake gereift sind. Der Herstellungsprozess für Matjes war schon im Mittelalter
bekannt.
Für Matjes werden nur Heringe verwendet, die Ende Mai bis Anfang Juni
in der Nordsee gefangen werden, bevor ihre Fortpflanzungszeit beginnt. Dadurch
haben sie einen relativ hohen Fettgehalt (über 15 %) und Rogen oder Milch
sind noch nicht ausgebildet.
Matjes werden meist roh aber auch geräuchert oder mit Kräutern angeboten.
Matjes wird u.a. mit Hausfrauensauce (Sauce aus Joghurt, Gewürzgurken, Zwiebelringen
und Kräutern) und Pellkartoffen, mit Speckstippe und Zwiebeln, mit Bratkartoffeln
oder mit Schwarz- oder Roggenbrot serviert.
Bismarckhering
Bismarckheringe sind Heringsfilets, die in eine saure Marinade
aus Essig, Speiseöl, Zwiebeln, Senfkörnern und Lorbeerblättern
eingelegt sind. Ihren Namen haben die Bismarckheringe vom deutschen Reichskanzler
Otto von Bismarck, der diese Zubereitungsart für Heringe besonders gemocht
haben soll und noch zu seinen Lebzeiten das Privileg erteilt haben soll, diese
besondere Zubereitungsform unter dem Namen 'Bismarckhering' verkaufen zu dürfen.
Rollmops
Eng mit dem Bismarckhering verwandt ist der Rollmops. Rollmöpse
werden zuerst in eine Lake aus Salz und Essig eingelegt und anschließend
mit einm Stück saurer oder Gewürzgurke und Zwiebel gefüllt, aufgerollt
und mit einem Holzstäbchen zusammengehalten. Anschließend wird er in
ein Glas mit saurer Marinade eingelegt. Der Rollmops gilt als beliebtes Katerfrühstück.
Brathering
Für den Brathering werden frische Heringe (sog. 'grüne
Heringe') in Mehl und Gewürzen gewendet und gebraten. Anschließend
werden die Heringe in eine Marinade aus Salz, Essig und Gewürzen eingelegt
und dadurch haltbar gemacht.
Bückling
Als Bücklinge werden Heringe bezeichnet, die mit Kopf und
Gräten bei ca. 60°C geräuchert werden. Bücklinge sind goldfarben
und schmecken stark rauchig.
Surströmming
Surströmming ist eine schwedische
'Delikatesse'. Zur Herstellung von Surströmming werden Heringe zunächst
in Holzfässern eingesalzen und vergoren. Anschließend werden sie in
Konservendosen abgefüllt, ohne diese zu pasteurisieren
oder auf sonstige Art haltbar zu machen. Dadurch fermentiert der Hering in
der Dose weiter bis sich durch die entstehenden Gas der Deckel der Dose wölbt
und eine sogenannte 'Bombage' bildet. Erst dann kommt der schwedische Faulfisch
in den Handel.
Diese 'Delikatesse' ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ihr Geruch unterscheidet
sich nicht sehr von verfaultem Fisch und der Geschmack erinnert sehr an überreifen
Harzer Käse.
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