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Austern
Austern (Ostreidae), die zu der Klasse der Muscheln gehören,
waren schon in der Römerzeit als Delikatesse bekannt. Neben dem kulinarischen
Genuss galt die Auster bei den Römern auch als Aphrodisiakum, das man direkt
der römischen Liebesgöttin Venus verdankte. Die Römer waren auch
die ersten, die erfolgreich Austern züchteten um die steigende Nachfrage
befriedigen zu können.
Nach der Römerzeit gelangte die Auster und mit ihr das Wissen
um ihre Züchtung zeitweise beinahe in Veregssenheit. Erst im 19. Jahrhundert
gab es wieder eine verstärkte Nachfrage nach Austern vom Adel und dem reichen
Bürgertum. Durch die verstärkte Nachfrage und die immer stärkere
Verschmutzung der Gewässer ging der Austernbestand immer mehr zurück.
Schließlich war der Bestand an wilden Austern extrem bedroht. Aus diesem
Grund begann man wieder Austern zu züchten. Heutzutage sind beinahe alle
Austern, die auf unseren Tischen landen, Zuchtaustern.
Austern kann man grob in zwei Arten unterteilen, die Perlenaustern
und die kulinarischen Austern, die zwar keine oder nur kleine Perlen produzieren,
dafür aber zum Verzehr geeignet sind. Beide Austernarten wohnen an felsigen
und flachen Tidengewässern rund um die Welt. Austern benötigen frisches
und unverschmutztes Meerwasser, deshalb sind die Austernzüchter she darauf
bedacht, die Meere sauber zu halten. Austern selbst spielen auch eine besondere
ökologische Rolle; sie können am Tag 200l Meerwasser filtern.
Kulinarische Austern werden in flache und tiefe Austern unterschieden,
wobei die flachen und milder schmeckenden Austern, besonders die Sorten Belon
und Colchester, unter den Feinschmeckern den besseren Ruf genießen. Aber
auch die eher herben nussartigen tiefen Austern, allen voran die 'Claires', haben
eine große Anhängerschaft.
Flache Austern, auch europäische Auster genannt,
haben eine flache, fast runde Form. Ihre Schale ist hellgrau oder grünlich
bis sandfarben und ihr Fleisch ist grauweiss, zart und weich, leicht verdaulich,
der Geschmack wird stark von der Umgebung beeinflusst, ist aber in der Regel milder
als der der tiefen Austern.
Europäische Austern werden meist nach ihrer Herkunft bezeichnet:
- Frankreich
Marennes, Bouzigue, Gravettes d'Arcachon, Belon-Austern (gelten als beste Austern
der Welt)
- Holland
Imperial- und Zeeland-Auster
- Belgien
Ostender Auster
- Dänemark
Limfjordauster
- England
"Native oysters", vor allem Colchesters und Whitstables, gelten als
beste Sorten
- Irland
Galways, Cork
Tiefe Austern haben eine bauchige, unsymmetrische und längliche
Schalenform. Eine Schalenhälfte ist unverkennbar bauchig, während die
Andere flach ist. Zu den tiefen Austern gehören die 'Sylter Royal', die Portugiesische
Felsenauster, (Bekanntester Vertreter: Die französischen 'fine de claire'
oder 'spéciale de claire'), die Pazifische Felsenauster auch Japanische
Auster genannt und die Amerikanische Felsenauster.
Austern sind reich an Vitamin A, B1 und B2, sowie Magnesium, Calcium, Zink,
Phosphor und Jodid.
Austern werden roh und lebendig gegessen, meist mit ein paar Tropfen Zitronensaft
beträufelt. Man kann Austern aber auch backen, pochieren, braten oder gratinieren
und in Suppen und Soßen verwenden.
Besonders die Tatsache, dass Austern überwiegend lebendig verzehrt und
erst durch die Magensäure getötet werden ist immer wieder Grund zu Kritik
einiger Tierschützer. Jedoch belegt eine neuere
Studie, dass Austern in Stresssituationen schmerzstillende Endorphine ausschütten.
Außerdem bewirkt die Säure im Zitronensaft, dass die Auster in einen
Schockzustand verfällt. Es scheint also so, dass die Auster beim Verzehr
keine Schmerzen empfindet.
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