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Lomo und Lomografie. Einführung und Überblick zum Thema 'Lomo und Lomografie'

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Einführung und Überblick zum Thema 'Lomo und Lomografie'

Die Begriffe Lomo, Lomografie und Lomo-Kamera lassen seit der Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die Herzen vieler begeisterter Hobbyfotografen und Künstler höher schlagen. Die einfache und handliche Lomo-Kamera aus Russland hat mittlerweile Anhänger aus der ganzen Welt, die sich sogar in sogenannte "Lomografische Gesellschaften" zusammenschließen.

Geschichte der Lomo-Kamera

Entwickelt wurde die Kamera von Leningradskoye Optiko Mechanichesckoye Obyedinenie. Daher die Abkürzung Lomo, die sich aus den Anfangsbuchstaben des Firmennamens zusammensetzt. Das Unternehmen wurde 1914 in St. Petersburg gegründet und stellte zuerst optische Geräte für die russische Armee her. 1930 wurde die erste sowjetische Kamera in der mittlerweile Leningrad genannten Stadt entwickelt. 1933 die erste Filmkamera. Die bekannteste Lomo-Kamera, die LC-A (LOMO Compact Automat), wurde 1983 entwickelt und bis 2005 gebaut. Diese einfache Kamera ist technisch auf dem Stand der späten fünfziger, frühen sechziger Jahre und wurde, glaubt man Gerüchten, ursprünglich für den sowjetischen Geheimdienst entwickelt.

Herzstück der LC-A ist eine lichtstarke 1:2,8 32 Millimeter Superweitwinkel-Linse, die von Professor Michail Aronowitsch Radionov von der Uni St. Petersburg entwickelt wurde. Die Linse ist an sich fehlerhaft. Ihr Schliff lässt die Bilder leicht gewölbt erscheinen. Außerdem bildet sie Farben viel zu stark ab. Allerdings ist diese Linse so extrem lichtstark, dass man mit einer Lomo-Kamera auch nachts ohne Blitz mit langer Belichtungszeit fotografieren kann. Die Linse schafft sehr farbintensive und kontrastreiche Bilder. Außerdem garantiert das Superweitwinkel-Objektiv, dass das eigentliche Objekt immer irgendwie auf dem Bild erscheint, selbst wenn man Schnappschüsse buchstäblich "aus der Hüfte" macht.

Neben der LC-A hat Lomo noch andere ähnlich einfache Kameras entwickelt. Darunter befinden sich Kameras mit 4, 8 oder 9 Linsen, die jeweils nur einen Teil des Gesamtbildes belichten und dadurch Bewegungsabläufe und Mosaikeffekte abbilden können. Lomo hat auch eine Kamera mit Fischaugen-Objektiv entwickelt, die mit ihrer 170°-Linse 'runde' Bilder knipst.

Lomografie

Bilder, die mit einer Lomo-Kamera aufgenommen wurden, bezeichnet man meist als "Lomografie". Lomografie entwickelt sich langsam zu einer eigenen Kunstform und bezeichnet im Grunde nichts anderes, als Schnappschüsse aus ungewöhnlichen Perspektiven, bspw. in dem man die Kamera in Hüfthöhe hält und abdrückt. Dadurch und zusammen mit der hohen Farbintensität und dem hohen Kontrastreichtum ergeben sich ungewöhnliche und neue Blicke auf Dinge, die altbekannt scheinen.

Prinzipiell lässt sich Lomografie mit allen Arten von Kameras durchführen. Dazu eignen sich Spiegelreflexkameras mit entsprechenden Einstellungen ebenso wie billige Analog- oder Digitalkameras, wobei man bei "digitaler Lomografie" oft von "Digigrafie" spricht. Puristische Lomografen lehnen diese Spielarten der Lomografie jedoch kategorisch ab. Für sie sind nur original Lomo-Kameras für die Lomografie geeignet.

Die ungeplanten Schnappschüsse aus ungewöhnlichen Perspektiven wurde von Wiener Studenten als Kunstform ins Leben gerufen. Sie gestalteten 1990 sogenannte "Lomowände", worauf sie ihre Lomografien präsentierten. Mit diesen Lomowänden gestalteten die Studenten mehrere Ausstellungen.

Mittlerweile sind viele Lomografen auf der ganzen Welt in sogenannten "Lomographischen Gesellschaften" oder "Lomographischen Botschaften" lose organisiert. Der Dachverband dieser Botschaften und Gesellschaften ist die "Lomographic Society International"

Die 10 Goldenen Regeln der Lomografie

1. Nimm die Kamera mit, wo immer Du gehst!
2. Benutze sie tag und nachts!
3. Lomografie ist Teil deines Lebens!
4. „Schieß“ aus der Hüfte!
5. Bring die gewünschten Objekte so nahe wie möglich an die Linse!
6. Denke nicht!
7. Sei schnell!
8. Es ist vorher nicht wichtig zu wissen, was Du auf den Film gebannt hast!
9. Erst recht nicht nachher!
10. Denke nicht über Regeln nach!

 

 
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